Regenwürmer: lebenswichtig für Boden, Pflanzen- und Tierwelt
    Der RegenwurmBedeutungRückgangWurm und Mensch

    Regenwürmer: lebenswichtig für Boden, Pflanzen- und Tierwelt

    Bereits Charles Darwin war von diesen Lebewesen fasziniert: Regenwürmer sind lebensnotwendig für einen gesunden Boden, der die Lebensgrundlage für viele Pflanzen, Pilze und Tiere bildet. Nur ein gesunder Boden kann auch die Grundlage für dessen Nutzung für landwirtschaftliche Prozesse sein.

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    18/07/2024Von 3Bee, Elise Maria Keller Boehm
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    Was sind Regenwürmer ...

    Regenwürmer sind eine spezifische Gruppe innerhalb der wirbellosen Tiere. Regenwürmer gehören zu Ordnung der Wenigborster, die weltweit etwa 500.000 Arten beinhaltet. Die Familie der Regenwürmer besteht aus 670 diversen Arten. Regenwürmer leben in der Erde, haben eine durchlässige (permeable) Haut und müssen beständig feucht sein, damit sie nicht austrocknen. Die diversen Arten der Regenwurmfamilie sind unglaublich verschieden: Manche leben am liebsten in Komposterde, Totholz und Blätterhaufen und kommen ab und an ans Tageslicht, einige leben sehr tief im Boden und manche leben in mittleren Tiefen und Gestalten ein ausgeklügeltes Netzwerk an Gängen.

    Regenwurm

    ... und warum sind sie so wichtig?

    Regenwürmer nehmen für einen gesunden Boden viele absolut notwenige Aufgaben war, die ihnen eine wichtige Rolle als Ökosystemdienstleister zuteilwerden lässt. Sie recyceln Nährstoffe aus totem Pflanzenmaterial, Pilzen oder Bakterien und wandeln sie in Nährstoffe um, die den Boden fruchtbar machen. Durch das Wühlen und Anlegen von Gängen lockern sie zudem den Boden auf und geben so dem Regenwasser die Möglichkeit von der Oberfläche in tiefere Bodenschichten einzudringen. Zudem verteilen sie durch ihre Bewegungen durch den Boden Mikroorganismen die Giftstoffe im Boden zersetzen könne. Schlussendlich sind vor allem Regenwürmer, die in oberen Erdschichten leben, die Lebensgrundlage für viele größere Tiere wie Vögel, Igel oder auch Frösche.

    Regenwurm
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    Gibt es wirklich immer weniger Regenwürmer?

    Die Anzahl von Regenwürmern ist tatsächlich in den letzten Jahrzehnten signifikant, um bis zu einem Drittel (in Großbritannien), zurückgegangen, wie eine britische Studie, die die Zahl von Regenwurm-Populationen von 1928 bis 2018 untersuchte, herausfand und in Edinburgh präsentierte. Prof James Pearce-Higgins vom britischen Trust for Ornithology beschrieb den Rückgang der Boden-Biodiversität, und vor allem den Rückgang von Regenwürmern als gleich schwerwiegend wie den Verlust von einer gigantischen Menge von Insekten im letzten Jahrhundert - er sieht beide als grundlegender Teil der Biodiversitätskrise. Regenwürmer sind wie Insekten sowohl Grundbausteine für gesunde Ökosysteme als auch gleichzeitig unglaublich stark durch verschiedene Faktoren bedroht durch u.a. Bodenbearbeitung in der Landwirtschaft, versiegelte Böden (Urbanisierung), Klimawandel und invasive Wurmarten.

    Regenwurm

    Menschliche Aktivitäten, die Regenwürmern schaden

    Die größte Bedrohung für Regenwürmer ist die Bearbeitung des Bodens durch mechanische Mittel (v.a. Pflügen) und durch chemische Mittel (v.a. Pestizide). Pestizide können vor allem bei starken Niederschlägen tief in den Boden eindringen und können nachweislich die Lebensdauer von Regenwürmern beeinflussen. Aber auch der Klimawandel setzt den Regenwürmern zu. Im Großen und Ganzen profitieren Regenwürmer von Wärme, solange der Boden genügend feucht ist. Extreme Wetterereignisse, wie sie durch den Klimawandel häufiger werden, haben allerdings einen negativen Effekt auf die Anzahl der Regenwürmer im Boden - vor allem betrifft dies Flutereignisse und Dürreperioden. Der Klimawandel führt zudem dazu, dass sich einige Spezies in anderen Klimazonen ausbreiten können, während er an anderen Orten dazu führt, dass manche Spezies in ihren Habitaten weniger gut überlebt. Zur Frage, wie sich der Klimawandel auf Würmer unter landnutzungsbedingtem Stress auswirkt, besteht noch Forschungsbedarf.

    Menschliche Aktivitäten, die Regenwürmern schaden
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    Machen Regenwürmern auch invasive Arten zu schaffen?

    Nicht heimische Regenwürmer, vor allem der Art Lumbricus spp. sind vor allem in einigen Nordamerikanischen Wäldern ein Problem. Da dort der Boden eine andere Artenzusammensetzung besitzt, führt die Einführung von Regenwürmern zu einer Veränderung im Bewuchs des Bodens von krautigen Pflanzen hin zu Gräsern und Sauergrasgewächsen. Diese Veränderungen führen zu einem Wandel des gesamten Ökosystems, das dies die Zusammensetzung der Vogelgemeinschaften beeinflusst. So wurde in einer Studie, die in Landscape Ecology veröffentlicht wurde, entdeckt, dass mit Regenwürmern besiedelte Gebiete in einigen nordamerikanischen Wäldern die Anwesenheit von Pieperwaldsänger stark reduziert. Diese Veränderungen legen nahe, dass die Einführung oder Ausbreitungen von Regenwürmern in vor anders oder nicht besiedelte Gebiete, die gesamte Ökosystemstruktur so stark beeinflussen kann, dass es auch zur Gefährdung für einige von bestimmten Vegetationsarten abhängigen Arten (wie z. B. Bodenbrütern) kommen kann.

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    Was sind die Folgen, wenn es weniger Regenwürmer gibt?

    In einer 2023 zum ersten Mal publizierten nationalen Studie zum Zustand der Biodiversität in Großbritannien wurde ein Rückgang von Regenwürmern von etwa 30% über die letzten 25 Jahre beschrieben - dies könnte zum Teil gravierende Folgen nach sich ziehen. In Deutschland ist die Situation nicht so dramatisch, jedoch sind immerhin etwa 5% aller Regenwurmarten bedroht. Durch einen stärkeren Rückgang der verschiedenen wichtigen Arten bedroht aber nicht nur die Biodiversität der Böden und der auf ihn angewiesenen Pflanzen- und Tiergemeinschaften. Auch die mit dem Boden verbundenen Ökosystemdienstleistungen - also Aufgaben, die im Sinne des Menschen sind - können sich dadurch nachhaltig verändern. So kann beispielswiese die fehlende Regulation des Wasserhaushalts oder der fehlende Erhalt der Bodenstruktur zu einer stärkeren Bodenerosion führen. Wenn zu wenige Regenwürmer anwesend sind, verändert sich zudem die Zusammensetzung von Nährstoffen in Boden.

    Erde

    Welche naturschutzfachlichen Maßnahmen können helfen?

    An erster Stelle steht für den Schutz von Regenwürmern und im großen Rahmen für den Schutz gesunder Böden, die Grundlagenforschung. Noch immer gibt es Wissenslücken über Distribution und Diversität von Regenwurmarten in ganz Europa. Und dies, obwohl ihre Rolle für ein Funktionieren terrestrischer Ökosysteme und damit auch die die Landwirtschaft seit Jahrhunderten bekannt ist. Außerdem muss erforscht werden, inwieweit die Präsenz von Regenwürmern die Kohlenstoffspeicherfähigkeit von Böden beeinflusst, denn somit kann man mit gezielten Maßnahmen zur Verbesserung der Bodengesundheit auch dem Klimawandel entgegengewirkt werden. Sind die Wissenslücken einmal geschlossen, aber auch bereits vorher, ist ein großer Teil der naturschutzfachlichen Aufgaben, das Integrieren „wurmfreundlicher Bodenbearbeitungsmethoden“ in der Landwirtschaft, die Schaffung von Schutzgebieten und die Anpassung der Bodennutzung in Pärken und Gärten.

    Welche naturschutzfachlichen Maßnahmen können helfen?

    Kann ich Regenwürmern auch in meinem Garten helfen?

    Wer einen Garten hat, kann einiges tun, um Regenwürmern zu helfen. Dies ist zum Nutzen der Würmer, aber auch der Menschen, da ein gesünderer, reichhaltigerer Boden mehr Pflanzen Lebensraum bieten kann. Ganz einfache Methoden sind, wie auch im Umgang mit Insekten anzuraten ist, die Einrichtung eines Haufens aus alten Ästen, Zweigen und Blättern. Darunter finden Würmer die Feuchtigkeit und die Nährstoffe, die sie brauchen. Auch Regenwürmern, die auf die Zersetzung von altem organischem Material angewiesen sind, kann geholfen werden, indem man ihnen einen Komposthaufen im Garten errichtet. Besonders die Arten Eisenia fetida und Dendrobaena veneta lieben die warme Umgebung und kompostieren die Abfälle. Während die Komposterde reift, können sich auch andere Wurmarten darin ansiedeln und eine sehr reichhaltige Erde produzieren, die eine gute Basis für die Nutzung in Beeten ist.

    Kann ich Regenwürmern auch in meinem Garten helfen?
    18/07/2024Von 3Bee, Elise Maria Keller Boehm
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