Alpenvegetation und Klimawandel
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    Alpenvegetation und Klimawandel

    Bergregionen und deren spezielle klimatische Bedingungen regieren besonders früh und stark auf den globalen Klimawandel. Die Veränderungen in Temperatur, Niederschlag, Schmelzwasser und Bestand von Permafrost, wie auch Bodenbewegungen beeinflussen die Distribution von Pflanzen nachhaltig.

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    25/06/2024Von 3Bee, Elise Maria Keller Boehm
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    25/06/2024Von 3Bee, Elise Maria Keller Boehm
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    Anpassungen an den Klimawandel bei Pflanzen

    Pflanzen können genauso wie Tiere auch unter Hitzestress leiden. Wasserknappheit, trockene Böden, ungünstige Bedingungen für die Samenkeimung können Pflanzenpopulationen in Bedrängnis bringen. In Bergregionen, eine der Zonen, die sich am stärksten und schnellsten klimatisch verändern, sind Pflanzen zum Teil so stark veränderten Gegebenheiten ausgesetzt, dass sie neue oder höhere Verbreitungsgebiete anstreben oder sich Pflanzengemeinschaften grundlegend neu strukturieren. Da in grösseren Höhen zum Teil die Temperaturen milder werden, ist dies auch möglich. Gleichzeitig ermöglicht das Abtauen von Gletschern das Erschließen neuer Zonen durch Pflanzengemeinschaften. Die Frage ist: Können Bodenorganismen diese Anpassungen begünstigen und welche Arten und Gemeinschaften sind die Gewinner, welche die Verlierer dieser Veränderungen?

    Plant in dry conditions

    Wettkampf um Lebensraum

    Um den Effekt, den der Klimawandel auf Gebirgspflanzen hat zu studieren, sind diverse Forschungsarbeiten durchgeführt worden. So wurde zum Beispiel während einer Studie an Pflanzen in Hochgebirgen entdeckt, dass 118 Arten der untersuchten Arten, wie beispielsweise Galium rotundifolium und Sorbus aria in höhere Lagen migrieren während die Temperaturen anstiegen. Die Resultate lassen vermuten, dass die Klimaerwärmung mit der Stickstoffdeposition in der Luft interagiert und so die beobachtete Dynamik vorantreibt. Die meisten Arten konnten sich stärker ausbreiten, jedoch sind die „Verlierer“ dieser Dynamik in der Gruppe der Pflanzen aus Hochgebirgslagen, die an niedrigere Temperaturen angepasst sind, überrepräsentiert. Somit wird evident, dass hohe Gebirgslagen zunehmend anfällig für die invasive Ausbreitung einige Arten werden könnte.

    Mehlbeere
    XNatura

    Pflanzen in Gletschernähe

    Was in den letzten Jahren durch den großflächigen Rückgang von Gletschern möglich wurde, ist die Besiedlung von vormals vereisten Gebieten durch Mikroorganismen, Mosse, Flechten und Pflanzen. Dies hat den Effekt, dass die Alpen oberhalb der Baumgrenze immer grüner werden. Pflanzen reagieren vor allem auf die verlängerte Vegetationsperiode durch höhere Temperaturen und wahrscheinlich auch durch Veränderungen im Niederschlag. Leider profitiert die Artenvielfalt nicht davon, denn Arten, die in diversen Höhen leben können, breiten sich nun auch über der Baumgrenze aus und verschärfen den Wettkampf um Lebensraum von hochalpinen Arten, wie man beispielsweise am Trauben-Steinbrech in den europäischen Alpen beobachten kann.

    Gletscher

    Adaptation an das Hochgebirgsklima

    Jede Pflanze, jedes Tier, einfach jeder Organismus hat seine geographische und ökologische Nische, in der er lebt, weil er sich an den Gegebenheiten seiner Umgebung angepasst hat. Wenn sich diese Gegebenheiten verändern, sind Pflanzen und Tiere zum Teil gezwungen ihr Habitat zu wechseln oder sie haben die Möglichkeit sich weiter auszubreiten als vorher. In Bergregionen ist das bei Pflanzen der Fall. Während manche Arten in größere Hohen ausweichen, breiten sich andere Arten aus oder besiedeln Stellen, die vorher eis- oder schneebedeckt waren. Ein Problem kann das ganze werden, wenn sich Pflanzenarten an eine sehr hohe Lage in Hochgebirgen angepasst haben und durch den Klimawandel keinen Ort haben auszuweichen. In dem Fall kann es passieren, dass sich Pflanzen aus geringeren Höhen in deren Habitat hinein ausbreiten. Einzige Möglichkeit für Hochgebirgspflanzen, die nicht tiefer siedeln können, wäre die Anpassung, welche jedoch meist zu viel Zeit benötigt.

    Adaptation an das Hochgebirgsklima
    XNatura

    Almnutzung und Verbuschung

    In den Alpen werden Matten und Almflächen zu großen Teilen landwirtschaftlich genutzt - in diesen Bereichen hat sich über die Jahrhunderte eine sehr spezifische Almflora ausprägen können. Durch die Klimaerwärmung kommt es aber auch hier zu einige Veränderungen, die auf veränderter Weidewirtschaft und der Reaktion von Pflanzen, und vor allem Baumarten, auf den Klimawandel basiert. Wenn Weideflächen früher schneefrei sind, Rinder aber beispielsweise auf Grund starker Sommerhitze und -trockenheit eher von den Almen abgezogen werden müssen, können sich durch veränderte Temperaturverhältnisse mehr Büsche und Bäume in hohen Lagen auf Weiden ansiedeln. Dies führt zu einer abnehmenden Nutzung der Almen und einer Verbuschung dieser Kulturlandschaften. Die auf diese Bereiche angepasste Flora und Fauna geht somit immer stärker verloren.

    Almbewirtschaftung
    3Bee

    Gibt es Lösungen?

    Was für Forscher und Praktiker im Natur- und Artenschutz nun wichtig ist, ist nicht den Fokus auf den Erhalt einen Status quo zu legen. Es muss überlegt werden, welche Arten auch in 30 und mehr Jahren in einem sich schnell verändernden Lebensraum überleben können und an welchen Stellen hoch spezialisierte Arten, vor allem bei Pflanzen, durch das Vordringen von invasiv sich ausbreitenden Arten geschützt werden müssen. Die in 2023/2024 erlassende EU-Verordnung zur Wiederherstellung von Naturräumen in Europa sehen zudem vor, dass bis 2030 mindestens 20% der Landfläche renaturiert werden soll. Dies würde einigen Arten mehr Raum bieten, wenn der Anpassungsdruck nicht noch durch weitere menschengemachte Faktoren verstärkt wird. Zudem kann in diesen Gebieten die Veränderung Biodiversität beobachtet und analysiert werden, dies kann wichtige Informationen liefern, wie Pflanzen und Insekten in Bergregionen geholfen werden kann.

    Berge

    Effekt der Pflanzenbewegungen auf Insekten

    Diverse Studien haben nachweisen können, dass viele Tierarten ähnlich auf Temperatur- und Klimaveränderungen in Hochgebirgen reagieren. Bei einigen Arten wird die Migrationsbewegung in grössere Höhen sogar sehr schnell vollzogen. Hummeln haben in den Pyrenäen beispielsweise schneller als 1m/Jahr ihr Habitat in größere Höhen verlagert. Tiere, die in einem Teil ihres Verbreitungsgebietes eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume besiedeln, vollziehen die Veränderung generell häufiger und schneller, als sehr auf einen Lebensraum spezialisierte Arten. Auch wenn auf mehrere Lebensräume angepasste Arten schneller auf Temperaturanstiege reagieren können, so entsteht mindest für Insekten, dass Problem, dass sie in grösseren Höhen nicht die Pflanzen finden, welche ihre Lebensgrundlage bilden. So müssen Hummeln in größeren Höhen oft in niedrige Fliegen, um zu ihren Nektarquellen zu gelangen. Durch diesen Effect geraten bis zu 60% aller Pflanzen und Insekten Arten aus dem Gleichgewicht.

    Bläuling
    25/06/2024Von 3Bee, Elise Maria Keller Boehm
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    Häufig gestellte Fragen

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