Das soziale Leben einiger Wildbienen
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    Das soziale Leben einiger Wildbienen

    Viele Bienenarten leben im Gegsatz zu Honigbienen nicht in grossen Kolonien. Nichts desto trotz haben viele von ihnen ein sehr interessantes Sozialleben, von Nestaggregationen bis hin zu kleinen Lebens- und Arbeitsgemeinschaften.

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    20/05/2024Von 3Bee, Elise Maria Keller Boehm
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    Honigbienen und Wildbienen

    Fragt man Kinder, welche Bienen sie kennen, dann beschreiben die meist eine Honigbiene. Bienen jedoch sind eine Klade von sieben biologischen Familien innerhalb der Überfamilie der Apoidea (Bienen und Wespen). Sie beinhaltet neben den verschiedenen Arten der Honigbiene auch Hummeln und viele andere Bienenarten, die meist nicht so bekannt sind, wie ihre fleissigen Verwandten. Nichtsdestotrotz sind die “Wildbienen” nicht weniger nützlich, denn auch sie bestäuben Pflanzen, zum Teil auch solche, die von Honigbienen weniger genutzt werden, und tragen so zur Biodiversität bei. Zudem sind einige Wildbiene sogar effektiver in der Bestäubung und sind damit auch ein wichtiger Faktor für die Landwirtschaft.

    Honigbienen und Wildbienen

    Wo und wie leben Wildbienen?

    Wildbienen leben in vielen sehr verschiedenen Orten. Während man vielleicht zuerst an den im Baum ruhenden Bienenschwarm denkt, so sind die Wohnräume der “Wildbienen” nicht auf Bäume und Holz begrenzt, auch wenn die auf das Nisten im Holz spezialisierten Holzbienen genau dies tun. Viele andere Bienen leben jedoch in und am Boden. Dazu gehören die Sandbienen (Andrenadae) und Mörtelbienen (Megachilidae). Die Nester der Mörtelbienen sind beispielsweise elaborierte Bauten aus Lehm, welche sie an Steinen ankleben. Oftmals können sie diese Bauwerke sogar im nachfolgenden Jahr wieder benutzen. Die wahrscheinlich bekannteste Art von “Wildbienen”, die Hummeln sind staatenbildend und legen ihr Nest an verschiedenen Orten, je nach Art, an. Auch überwintern sie an diversen Orden. Das kann in der Erde sein (Erdhummeln) oder auch in verlassenen Vogelnestern (Bombus ardens).

    Hummel
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    Sozial lebende Bienen und Solitärbienen

    Grob eingeteilt, unterscheidet man eusozial lebende (koloniebildende) Bienen, wie beispielsweise Honigbienen , Bienen mit einfachen oder semi-sozialen Strukturen, wie bspw. solche, die Nestkonkregationen anlegen, und die Solitärbienen. Jeder weiß, dass Honigbienen große Völker bilden, weniger Menschen wissen, dass auch einige Wildbienen, wie z.B. Hummeln oder Schmalbienen (Lasioglossum) ein ausgeprägtes Sozialverhalten aufweisen. Bei den Bienen, die keine Staaten/Gruppen bilden gibt es keine Arbeiterinnen (welche bei den Honigbienen neben der Königin eine zweite Gruppe weiblicher Bienen darstellen), sondern es gibt nur Weibchen und Männchen. Bei diesen Bienen betreiben nur die Weibchen den Nestbau und die Brutpflege – sie legen die Eier in einzelnen Kammern ihres Baus ab und versorgen sie mit Pollen, der als “Proviant” gilt. Der Nektar, den sie aufnehmen wird zur Versorgung der Solitärbienen selbst genutzt.

    Sozial lebende Bienen und Solitärbienen

    Haben Solitärbienen auch ein soziales Leben?

    Auch wenn Solitärbienen nicht in einer Gemeinschaft aus Königin und Arbeiterinnen leben, so haben sie nichtdestotrotz soziale Strukturen untereinander. Beispielweise gibt es häufig Aggregationen aus mehreren Nestern, wie beispielsweise bei einigen Arten der Sandbienen. Oftmals nutzen sie sogar den gleichen Eingang und graben dann separate Tunnel – quasi ein “Mietshaus” von Bienen. Die Nester sind somit “solitär”, nichtsdestotrotz profitieren die Bienen vom gemeinsam nisten.
Einige Arten wie beispielsweise die Gemeine Furchenbiene (Lasioglossum calceatum) haben sogar stark ausgeprägtes semi-soziale Strukturen. Diese Bienen produzieren jeweils einige etwas kleinere, unfruchtbare “Arbeiterinnen”, Schwestern der fruchtbaren anderen Bienen ihrer Generation, welche aber nur die Aufgabe übernehmen Proviant für die Nistzellen zu bringen.

    Haben Solitärbienen auch ein soziales Leben?
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    Parasitär lebende Bienen

    Neben den Bienen mit semi-sozialen Strukturen, gibt es noch eine weitere Gruppe von Bienen, die mit anderen Bienen interagiert. Diese Arten von parasitären Bienen, auch Kuckucksbienen genannt, nutzen die Brutpflege anderer ähnlich grosser Bienen aus, indem sie ihre Eier in deren Zellen ablegen. Die Wespenbiene Nomada goodeniana hat sich beispielsweise auf Erdbienen (Andrenidae) spezialisiert. Andere hingegen leben hauptsächlich in parasitärer Beziehung zu Sandbienen. Das Vorgehen jedoch ist meist ähnlich. Die Weibchen der “Kuckucksbienen” warten vor dem Nest der Bienen, deren Nester sie nutzen möchten. Verlässt die adulte Wirtsbiene das Nest, dringt die “Kuckuckbienen” darin ein und legt ihre Eier in die Brutvorräte des Wirtes. Da die Larven der Kuckucksbienen schneller reifen, schlüpfen diese vor den Larven der Wirtbiene und verzehren die Vorräte komplett. Den Larven der Wirtsbiene stehen dann keine Ressourcen mehr zur Verfügung.

    Parasitär lebende Bienen
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    Welche Lebensräume brauchen semi-soziale Bienen

    Wer selbst mit seinem Garten helfen möchte, diesen sozial und semi-sozial lebenden Bienen Lebensräume zu bieten, kann gezielt Flächen ungenutzt lassen, in welchen diese Wildbienen ihre Nester und Winterquartiere einrichten können. Dazu gehören ungenutzte, auch gern offene, sandige oder lehmige horizontale Bodenflächen, wie ungenutzte Hochbeete, etwas rasenfreier trockener ungedüngter Boden, oder schüttere Stellen auf trockenem Boden. Auch Erdhügel oder unbewachsene Hügel sind eine beliebter Nistort für viele Bienen. Zudem bevorzugen viele Bienen auch vertikale Bodenstellen oder trockene Mauern mit vielen Lücken. Wenn man den Bienen so einen kleinen Teil des Gartens überlässt, kann bald auch Aggregationen und Nester von Sandbienen, Mörtelbienen oder Mauerbienen beobachten.

    Welche Lebensräume brauchen semi-soziale Bienen
    20/05/2024Von 3Bee, Elise Maria Keller Boehm
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