Was ist ökologische Konnektivität und warum ist sie wichtig?
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    Was ist ökologische Konnektivität und warum ist sie wichtig?

    Jeder hat vielleicht schon Froschtunnel an Straßen außerhalb von Städten gesehen, aber warum sind sie notwendig? Gibt es noch andere Tunnel oder Straßen für Wildtiere? Und gibt es ein übergreifendes Konzept zur Verbindung von Landstrichen zum Nutzen von Flora und Fauna?

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    29/05/2024Von 3Bee, Elise Maria Keller Boehm
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    Was ist ökologische Konnektivität?

    Der Begriff der ökologischen Konnektivität stammt aus der Landschaftsökologie und beschreibt das Mass in welchem in einer Landschaft die Bewegung zwischen verschiedenen Ressourcen möglich oder nicht möglich ist. Gleichzeitig wird der Begriff verwendet, wenn es um die Ausdehnung einer Landschaft unabhängig von Wegen und ressourcenreicheren und -ärmeren Zonen geht. Mit Konnektivität werden sowohl strukturelle Eigenschaften (bspw. Grenzen oder räumliche Verbindungen) als auch funktionelle Eigenschaften (Bewegung von Tieren/Pflanzen über strukturelle Grenzen hinweg) einer Landschaft zusammengefasst. Während das Konzept aus der Ökologie auf strukturelle oder funktionelle eines ökologischen Raums verweist, so haben andere Wissenschaftler, wie bspw. Jacques Baudry, der Begriff aus geographischer Sicht erklärt - also die Konnektivität aus topografischer Sicht, weniger abhängig von ökologischen Prozessen.

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    Die Bedeutung der Konnektivität für den Naturschutz

    Der Erhalt oder die Wiederherstellung von ökologischer Konnektivität ist inzwischen aus dem Natur- und Landschaftsschutz nicht wegzudenken. Mehr und mehr wird die Bedeutung für den Biodiversitäts- und Artenschutz klar. Erklärte Ziele sind es inzwischen lebenserhaltende Ökosysteme zu schützen, um somit Populationen von Tieren zu erhalten, indem man vor allem deren großräumige Bewegungen schützt und ermöglicht und indem man Bewegungen als Antwort auf die Klimaveränderungen ermöglicht. Die Konnektivität wird stark beeinflusst durch weitere Eigenschaften der betroffenen Populationen, wie bspw. der Genpool und seine Lebendigkeit, Anpassung an lokale Gegebenheiten und an sich verändernde Parameter und das Risiko der Gefährdung oder des Aussterbens. Je mehr Lebensräume verloren gehen oder an Qualität verlieren, desto mehr werden großflächig, vorher verbundene Lebensräume fragmentiert.

    Die Bedeutung der Konnektivität für den Naturschutz
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    Ursprung des Begriffes der ökologischen Konnektivität

    Das Konzept wurde bereits in den 1980er-Jahren durch Gray Merriam geschaffen. Er stellte fest, dass die Bewegung eines Organismus die Landschaft beschreibt, durch welche es sich bewegt. Er definierte 1984, dass die ökologische Konnektivität die Möglichkeit beschreibt, dass die Isolation von Organismen vermieden wird und inwieweit die Landschaft es dem Lebewesen erlaubt sich zwischen geeigneten Habitaten zu bewegen.
In der Zwischenzeit ist der Begriff mehrere Male genauer definiert worden, aber die ursprüngliche Definition ist immer noch die gebräuchlichste. Was alle Definitionen vereint, ist die Klarstellung, dass sich die ökologische Konnektivität über die Struktur der Landschaft und die Bewegungsmöglichkeiten bzw. -einschränkungen, für die in ihr lebenden Organismen bestimmt. Die physischen Komponenten hierbei sind Landschaftsform, Vegetationsformen und Landnutzungstypen.

    Ursprung des Begriffes der ökologischen Konnektivität

    Ist Konnektivität auch von Bedeutung für Bestäuber?

    Da das Leben von Pflanzen und Bestäubern in vielen Fällen unweigerlich voneinander abhängig ist, erscheint es nur logisch, dass die Fragmentierung und Veränderung der Zusammensetzung von Pflanzengemeinschaften auch die Verbreitung und Diversität von Insekten beeinflusst. Die Möglichkeiten zu verschiedenen Pflanzen zu verschiedenen Jahreszeiten zu gelangen ist für viele Bestäuben lebensbestimmend. In einer Studie an Hummeln und einer ihrer Nahrungsquellen (Salvia pratensis) konnte inzwischen nachgewiesen werden, dass die Verbindungen von semi-natürlichen Lebensräumen in urbanen und landwirtschaftlichen Nutzgebieten durch Hecken und Blühstreifen, die Bewegungsrichtung der Hummeln beeinflussen und ihnen somit eine Brücke durch getrennte, fragmentierte, Lebensräume ermöglicht wurde. Diese Studie ist ein wichtiger Schritt dahin, die ökologische Konnektivität auch für Bestäuben und Insekten im Allgemeinen zu betrachten, denn deren Bedeutung wurde bisher wahrscheinlich unterschätzt.

    Ist Konnektivität auch von Bedeutung für Bestäuber?
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    Gibt es Methoden, um die Konnektivität zu erhöhen?

    Im Grossen und Ganzen gibt es zwei wichtige Methoden, um die ökologische Konnektivität zu verbessern. Das sind vor allem die Bildung von Korridoren und von Refugien. Korridore, wie beispielsweise Heckenreihen, Blühstreifen oder Wildtierbrücken und -tunnels, haben die Funktion geeignete, fragmentierte Habitatinseln zu verbinden. Sie müssen auf die Anforderungen der zu fördernden Arten angepasst sein. Die Wiederherstellung von natürlichen Korridoren, die durch menschliche Siedlungen oder Straßen zerstört worden waren, ist auch eine Möglichkeit eine neue Verbindung zu kreieren. Refugien sind im Gegensatz zu bewegungsermöglichenden Korridoren, Zonen, in denen das Überleben von Arten in kleineren Habitatinseln ermöglicht wird. Diese können natürlich auftreten, vom Menschen begünstigt oder komplett erschaffen werden. Sie müssen nicht aus einem bestehenden Habitat hervorgehen. Einzig wichtig ist eine große Ähnlichkeit zum ursprünglichen natürlichen Habitat.

    Gibt es Methoden, um die Konnektivität zu erhöhen?
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    Sind nur großflächige Verbindungen wichtig?

    Da der Raum für Schutzgebiete limitiert ist, macht es Sinn auch die ökologische Konnektivität außerhalb von designierten Schutzgebieten zu fördern. So wurde beispielsweise entdeckt, dass Korridore und Refugien, die in Schutzgebieten eingerichtet wurden, einen Überlaufeffekt auf nicht geschützte Flächen mit sich bringt. Angrenzende Gebiete weisen durch sie mit der Zeit auch einen größeren Reichtum an verschiedenen Arten auf. Diese Erkenntnisse können auch auf die Entwicklung geeigneter Refugien und Korridore in urbanen Landschaften angewendet werden. In Städten sind Pärke und Stadtforste wichtige Lebensräume, oft getrennt durch Straßen und Häuser. Durch die Erschaffung von geeigneten Refugien und Korridoren, kann jedoch die Bewegung von Arten ermöglicht und eine größere Biodiversität erreicht werden. So wurde beispielsweise nachgewiesen, dass eine bessere ökologische Konnektivität in urbanen Gebieten für Bestäubern positiv mit der Konnektivität von Grünflächen korreliert.

    Sind nur großflächige Verbindungen wichtig?

    Was können Unternehmen und lokale Einrichtungen tun?

    Unternehmen und lokale Einrichtungen können dazu beitragen, Zonen mit geringer biologischer Vielfalt und insektenfeindlichen Umgebungen in Zonen mit vielfältiger Vegetation umzuwandeln, in denen immer mehr Lebensraum für Insekten und andere Wildtiere zur Verfügung steht. Ein Beispiel ist die Schaffung von Biodiversitäts-Oasen mit der 3BEE-Technologie. Durch die Anpflanzung von nektarreichen Bäumen, die Installation von Insektenschutzvorrichtungen und die technologische Überwachung ihres Zustands können diese Gebiete eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung verloren gegangener oder schlecht gepflegter Stadtlandschaften spielen. Das XNatura-Protokoll zur Überwachung der biologischen Vielfalt, entwickelt von 3Bee, die Verbesserung dieser Gebiete zu Zentren der biologischen Vielfalt zu messen und zu visualisieren. Die Beobachtungstechnologie ermöglicht es außerdem, auf die Anforderungen jeder Zone individuell zu reagieren und die positiven Veränderungen zu beobachten.

    Was können Unternehmen und lokale Einrichtungen tun?
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